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Stand: 9. September 2018 

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"The Chronical-Letters"

Die Befreiung von Chandel
Datum : Frühjahr 2002 
Verfasser : Sese „Goron“ Herler 
   

 

Mühsam erhob sich Goron von seinem Nachlager, der Magier hatte nur wenige Stunden gelegen, er bildete keine Ausnahme in der Weissen Legion, egal ob Commander, Erzmagier oder einfacher Soldat, alle wachten zu jeder Tageszeit über die Mauern der geschundenen Stadt Chandel. Doch an diesem Morgen war alles anders...  

 

Anthaias lief, stürmte die Treppen hinunter, und rief ständig, dass etwas überraschendes geschehen sei, schnell erhob sich auch der Rest der Ruhenden, Waffen wurden eilig gepackt, man rechnete mit dem vielleicht letzten Angriff des Feindes. Doch kaum hatten die ersten Männer die Mauern erklommen, brach auch schon lautes Geschrei los, doch dies war eine Kampfschrei, nein, sondern vielmehr ein Ausdruck der Freude, Orks und Oger waren damit beschäftigt, die Zelte abzubrechen, das Heerlager des Feindes war schon fast geräumt.  Man fiel sich in die Arme, Chandel war verteidigt worden. Der Feind zog sich zurück. Während die Männer und Frauen Chandels mit den Verteidigern feierten, zogen sich die hohen Offiziere zurück. König Belvor hatte zu einer Besprechung geladen.  "Es ist schön, die Leute wieder einmal so gelockert zu sehen, schön, die dass sie die Todesängste der letzten Monate wenigstens für diesen Moment vergessen können." Athalarich stand nachdenklich am Eingang des Zeltes. "Ich bin mir über diesen Schachzug nicht im klaren. Iuz hätte diese Stadt nehmen können. Wir standen vor dem Aus." Auch Goron war nicht wirklich zum Feiern zu Mute.  Beide standen schweigend vor dem Zelt. Ein leichter Wind kam auf uns spielte mit den Umhängen der beiden Männer, Gorons Robe hatte ihre ursprünglich weiße Farbe verloren, der Stoff war rot vom Blut seiner Feinde und leider auch einiger seiner Freunde, sicherlich war auch sein eigens darunter. Athalarich ging es nicht anders, die ehemals strahlende Rüstung war stumpf und abgenutzt, einzig fathers revenge schien die Zeit unbeschadet überstanden zu haben.  "Es ist Zeit für die Zukunft zu planen. Kommt meine Freunde." Anthaias winkte die beiden ins Zelt des Königs. Dort waren schon einige Personen anwesend. Neben seiner Majestät und den Kommandanten der weißen Legion waren auch die verdientesten Soldaten des Heeres König Belvors zur Stelle. Man berichtete dass sich IUZ auf der gesamten Nordfront zurückzog in Richtung Crockport. Die Hafenstadt war zu einer riesigen Festung ausgebaut worden, dort sollten die finsteren Horden überwintern. Pläne, die sich zurück ziehenden Truppen anzugreifen wurden verworfen, das Risiko einer Niederlage war einfach zu hoch. Sollten die letzten Armeen verloren gehen, wäre für IUZ der Weg bis Greyhawk offen. Man einigte sich nach einigen Stunden der Beratung darauf, dass das Konzil unterrichtet werden musste. Dort sollte entschieden werden, wie als nächstes vorzugehen sei.   Die Reisevorbereitungen dauerten nicht lange. Nellain, Athalarich, Anthaias und Côr versammelten sich in einem Zelt während Goron sich konzentrierte, nach kurzer Zeit erstrahlte das Zelt in einem gleißenden Licht und die fünf waren verschwunden...  

 

Ein leichtes Poltern und ein kurzer Lichtschein aus dem Arbeitszimmer ließ Yarek Artur hochfahren. Er konnte sich immer noch nicht an das plötzliche Auftauchen seiner Herrschaften gewöhnen. Und das obwohl er schon so lange im Dienste dieser Leute stand...  

 

"Meister Goron, werte Herren. Ich freue mich Euch wohlbehalten wiederzusehen. Wie kann ich dienen?" "Ich glaube ich kann für alle sprechen, dass wir nach einem ausgiebigen Bad einem üppigen Mahl nicht abgeneigt sind." "Sehr wohl. Ich werde es arrangieren. Sonst noch etwas?" "Ich glaube nicht, fürs erste..."  

 

Jarek Artur betrat den Salon, in dem die Freunde zusammen vor dem Kamin saßen. "Meine Herren! Ich habe Nachricht vom Konzil. Man erwartet Euch und Euren Bericht so früh als möglich." "Es scheint, als gönne man uns wirklich keine Ruhe. Also auf, bringen wir es hinter uns..."  

 

Vor dem Palazzo hielten zwei elegante Gespanne. Wie üblich nahm Côr auf dem Kutschbock Platz, er konnte sich auch nach Jahren nicht daran gewöhnen, als hoher Herr angesehen zu werden. Die anderen nahmen, wie es sich für Botschafter geziemt, Platz. Nach einer kurzen Fahrt durch die holprigen Gassen erreichte man die Porcessional, die größte und breiteste Straße der Stadt, die Richtung der Zitadelle führte, in der das Konzil tagte.  Wie immer waren nicht nur Diplomaten anwesend, auch der Anhang der hohen Herrschaften bemüht, eine möglichst gute Figur zu machen. Schmunzelnd sprang Côr vom Kutschbock und öffnete, eine leichte Verbeugung andeutend, seinen Freunden. Man blickte sich kurz an, atmete noch einmal kurz durch und begab sich in die Kammer des Konzils.  Nach dem üblichen Austausch von Höflichkeiten wurde den Kommandeuren der Weißen Legion das Wort erteilt. Knapp berichtete man von den Ereignissen in Chandel. Offensichtlich war ein Grossteil der Konzilsmitgliedern schon im vor herein informiert worden, Ausrufe des Erstaunens oder der Begeisterung waren selten. Es wurde beschlossen, der Weißen Legion eine Verschnaufpause zu gönnen. Nachdem Côr und Nellain eine Einladung von Lord Bagor erhalten hatten, willigten auch Anthaias und Athalarich ein, zusammen mit der Weißen Legion einen Abstecher nach Norden, Richtung Blackmoor zu machen.  Mit Hilfe des Geisterspiegels wäre es ein leichtes gewesen, die Truppen innerhalb kürzester Zeit vor die Tore von Dantredun zu bringen. Doch Nellain bestand darauf, dass man durch das Land marschieren sollte. Schulterzuckend willigte man ein. Nach kurzer Zeit befand sich die weiße Legion im Norden an der Südgrenze Blackmoors. Nach zwei Tag Marsch erreichten wir Côrs Lehen.
   
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Fantasy-Stories from the former days

Written by:
  • Sese „Goron“
    Herler
  • Nicolas „Nellain“ Wachter
  • Alex „Artemis“ Miller