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Stand: 9. September 2018 

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"The Chronical-Letters"

Die Geschichte von Chandel
Datum     : 28. September 1999
Verfasser : Sese „Goron“ Herler  
   

 

Mühsam kämpfte sich die Sonne durch die dichten  Nebelbänke, die Chandel fest umschlossen hatten. Mit  den ersten Strahlen der Sonne konnte man auch Hunderte  von Zelten unterschiedlichster Groesse und Bauweise  erkennen. Scheinbar wahl- und ziellos waren sie um die  große Stadt mit ihren mächtigen Mauern aufgestellt worden.

Tausende von Orks, Goblins, Ogern und anderen Monstern  nannten dies ihr Heim. Doch hatte man ein höheres  Ziel, Chandel und alles was darin lebte zu erobern.  Seit Monaten lief Angriffe gegen die Befestigungen,  doch noch hatten die Belagerten genügend Kraft, sich  zu widersetzen. Doch wie Wasser den Felsen aushöhlt,  so schwand Chandels Kraft und die Belagerer konnten  ihre Verluste mehr als ausgleichen. Täglich kamen  mehr Zelt, Waffen und Männer im Lager an. Es gab zwar  Angriffe von Rebellen auf die Nachschublinien, aber  diese zeigten kaum Wirkung.

Nur vorübergehend hatte man einige Schwierigkeiten,  die weiße Legion war in Chandel erschienen, wie so  oft über Nacht. Schlimmer noch auch die Anführer,  ein Haufen wehrhafter Individuen, die dem Meister  schon oft die eine oder andere Suppe versalzen hatten,  waren in der Stadt aufgetaucht. In ihren Reihen sollte  sich ein Mann befinden, der mit bloßem Willen und  bloßer Hand Dämonen töten konnte.

Diese Individuen hatte vorübergehend Verwirrung  gestiftet, doch der Meister hatte in seiner  unberechenbaren Klugheit schon einen neuen Plan  entwickelt, wie er sich diese Plagegeister vom Hals schaffen konnte...

Er wollte die Gruppe abermals in den Tempel des  Elementaren Bösen geleiten, dort würde in der Tiefe  seine Gefährtin samt einiger Vertrauter warten, um  diese unbedeutenden Schmeißfliegen zu zerdrücken. Zu  diesem Zwecke hatte er Mordenkainen, einem Magier auf  der Gegenseite einige Manuskripte in die Hände  gespielt, die eine Möglichkeit vorgaukeln sollten,  den Tempel zu zerstören. Dazu musste aber erst der  Dämon in den Tiefen, seine Gefährtin getötet  werden. Sicherlich waren die Anführer der weißen  Legion hochnäsig genug, um sich freiwillig für diese  Selbstmordmission zu melden und damit endgültig ihr  Schicksal zu besiegeln...

Zufrieden lehnte sich die riesige Gestalt zurück, die  klauenbewehrten Füße kratzen geistesabwesend über  den harten Granitboden. Der aus menschlichen Schädeln  geformte Thron ächzte als der riesige Halbgott sich  erhob, um seinen Truppen den endgültigen Angriff auf  Chandel zu befehligen.

Zur gleichen Zeit innerhalb der Mauern Chandels...

Anthaias, inzwischen offiziell kein Prinz des  Elfenreiches Celine mehr, hatte die ganze Nacht auf  den Mauern Wache gehalten. Die Anstrengung war ihm  anzusehen, Stunde um Stunde war der Feind unermüdlich  gegen Chandel angelaufen, es schien als seien  sämtliche Bewohner der neun Höllen unterwegs, um  diese Stadt zu erobern. Nicht nur die Männer verloren  langsam den Mut, auch Anthaias und seine Freunde waren  des Schlachtengetümmels mehr als überdrüssig.

Doch er konnte und durfte sich dies nicht anmerken  lassen, nicht hier vor den Männern. Athalarich hatte  sich aufopferungsvoll um diese Leute gekümmert, er  und auch die anderen kamen kaum zum Schlafen, überall  Tote, Verwundete und langsam gingen der Stadt die  Vorräte aus. Und die Lage war nicht nur hier  erbärmlich. Anthaias erhob sich, als Otis an ihn  herantrat und ihn als Wachhabender ablöste. Der  Hühne in der Rüstung legte eine stahlbewehrte Hand  auf die Schultern des Elfen. Der junge Ex - Prinz war  nicht mehr der verzogene Jüngling, den er vor Monaten  kennen gelernt hatte.

Anthaias hatte nicht nur körperlich Narben davon  getragen, auch seine Seele und sein Geist hatten unter  den Auswirkungen des Krieges wie jeder andere zu  leiden. Bevor er sich ein wenig ausruhen konnte,  sollte er seine Freunde im Kommandeurszelt treffen.  Man erwartete Besuch aus Greyhawk. Tenser, der  sympathischste Magier des Circle of Eight, hatte  Neuigkeiten im Bezug auf den Tempel.

Müde schob Anthaias den Vorhang zur Seite, es dauerte  nicht lange, da hatten sich seine Augen an das trübe  Kerzenlicht im Innern des Zelts gewöhnt. Er nickte  kurz und blickte seine Freunde an: Athalarich war  einmal mehr eher Krieger den Priester, sein Waffenrock  war mehr rot vom Blut seiner Feinde als weiß. Goron  war wie immer etwas geistesabwesend, er blätterte wie  so oft in einem seiner zahlreichen Grimoiren. Wo er  die immer alle her hat, wunderte sich der Elf kurz.  Der geheimnisvoll Al` Dunar, der von Goron für Selkai  gehalten wurde hielt sich wie immer bedeckt im  Hintergrund. Nellain hatte sein Bardengewand seit  einiger Zeit gegen eine Rüstung getauscht, auch hatte  er in letzter Zeit nur das Schwert geführt und keine  einzige Note auf seiner Laute gespielt. Einzig Cor  ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, der Halbelf  lehnte gelassen, eine Pfeife schmauchend, an einem  Stützpfeiler.

Anthaias hatte gerade einen Schluck Wasser genommen,  als das Zelt kurzzeitig von einem hellen Blitz  erleuchtet wurde. In Mitten des Raumes stand ein  älterer Mann, gekleidet in roten Roben, in der  rechten einen reich verzierten Stab. Ein würdevoller,  gepflegter Bart rundete das respekteinflössende  Erscheinungsbild ab.

"Meister Tenser. Euer Besuch ehrt uns!" Athalarich  verhielt sich als einziger  der Etikette entsprechend  und begrüßte den ungewöhnlichen Gast.

"Meine Freunde, ich sehe man braucht Euch hier, aber  Greyhawk bzw. der Circle of Eight ist der Meinung, ihr  solltet etwas anderes wichtiges erledigen. Es scheint  so, als könnten wir den Tempel des Elementaren Bösen  für lange Zeit unschädlich machen. Doch dafür  benötigen wir Eure Hilfe."

"Na toll, erst klaut er den Orb of Gold und dann  braucht er doch unsere Hilfe!" Cor spielte dabei auf  den Vorsitzenden des Circle an, Mordenkainen. Der  hochnäsige Magier hatte in einer Nacht und  Nebelaktion aus dem Haus der Freunde einen wichtigen  Magischen Gegenstand entwendet.

Tenser zog nur kurzzeitig eine Augenbraue hoch, sonst  schenkte er dieser Bemerkung keine Aufmerksamkeit.  Vielmehr berichtete er, dass im Inneren des Tempels  ein uralter Dämon hausen solle, der zuerst getötet  werden müsse, wolle man den Tempel unschädlich  machen Leider war es unmöglich dieses unselige  Gebäude für immer zu vernichten. Dazu war es einfach  zu mächtig. Doch man könnte zumindest auf Jahre  hinaus verhindern, dass das Böse erneut erstarken  könne.

Doch dies sei noch nicht alles. Dem Auserwählten  fehle immer noch ein wichtiges Artefakt, damit er  seine volle Macht entfalten könne. Dieses sollte weit  im Westen zu finden sein und wäre unbedingt  notwendig, wolle man den Krieg zu Gunsten der Kräfte  des Lichts wenden.

"Meine Freunde, ihr seht ein kleiner Funke Hoffnung  ist noch da. Nun liegt es auch an Euch, diesem Funken  Nahrung zu geben, damit wir ein Leuchtfeuer entfachen  können und dem Kontinent Frieden und Freiheit zurück  geben. Wir erwarten Euch in Greyhawk!" Nach diesen  Worten erhellte abermals ein Blitz das Zelt und der  Magier war verschwunden...
   
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Fantasy-Stories from the former days

Written by:
  • Sese „Goron“
    Herler
  • Nicolas „Nellain“ Wachter
  • Alex „Artemis“ Miller