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Stand: 9. September 2018 

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"The Chronical-Letters"

IX. Brief  an die Chronisten
Datum : 23. Februar 2000 
Verfasser : Sese „Goron“ Herler
   

 

Werte Chronisten!

Abermals waren wir Nerulls Sense nur knapp entkommen.  Diesmal war es aber eng wie selten zuvor gewesen.  Rufus, der mit seinen tapferen Mannen den Wachturm  außerhalb des Tempels bewachte und uns immer ein  Refugium sicherte, war entsetzt ob unserer  Verletzungen und Entkräftung. Mit deutlichen  Sorgenfalten auf der Stirn hatte er einigen Männern  befohlen, ein wahres Festmahl aufzutischen. Nachdem  wir fertig gegessen hatten, erzählte man uns, dass man  uns für tot gehalten hatte. Wir hatten mehrere Tage  nichts von uns hören lassen, dabei hatten wir den  Eindruck gehabt, nur ein paar Stunden weg gewesen zu  sein. Zugegeben, diese sind mir wie eine Ewigkeit  vorgekommen. Offensichtlich gehorcht die Zeit in den  Zwischenebenen anderen Gesetzen.  Nachdem wir durch das Essen einigermaßen gekräftigt  waren, fühlten wir uns in der Lage, unsere Erlebnisse  zu schildern. Gebannt lauschten die Soldaten und auch  ihrem Anführer Rufus war die Anspannung ins Gesicht  geschrieben. Wir erzählten mal abwechselnd, mal  durcheinander, fielen uns ab und zu ins Wort, oder  halfen weiter, wurden Ereignisse vermischt. Als der  Mond schon hoch am Himmel stand, konnten weder meine  Freunde noch ich die Augen offen halten. Wir mussten  einfach schlafen, je länger, desto besser... 

Am nächsten Tag, es war bereits kurz vor Mittag, stand  ich auf, die anderen waren schon wach, und hatten  bereits ein üppiges Frühstück zu sich genommen. Sie  hatten aber vor meiner schlechten Laune am morgen  Respekt gezeigt und mir genügend übrig gelassen.  Während ich aß, beratschlagten meine Freunde, was als  nächstes zu tun sei. Ein Teil wollte das Artfakt an  Ort und Stelle zusammensetzen und den Tempel  zerstören. Dieses Vorhaben schien mir und auch  Athalarich sehr riskant. Es wäre besser, nach Greyhawk  zurückzukehren und die einzelnen Teile sehr genau zu  untersuchen, bevor man sie verwendete. Außerdem mussten  wir uns über den Verlauf des Krieges informieren. Nach  einigem Hin- und her entschlossen wir uns, doch zuerst  nach Greyhawk zurückzukehren. Wir packten unsere  Sachen und mit Hilfe des Teleportspruchs des siebten  Buches kehrten wir zurück in unser Haus. Kaum traten  wir aus meinem Arbeitszimmer, trat schon Jarek  Ar´tuur, unser Haushofmeister heran.  "Edle Herren. Eine Nachricht vom Konzil, man wünscht  Euch dort zu sehen. Für heute Nachmittag sind  Verhandlungen angesetzt, das wäre wohl ein guter  Zeitpunkt, dort zu erscheinen und den Zeitplan ein  wenig durcheinander zu wirbeln. Wie ich sehe, seid ihr  alle wohlbehalten aus den Verließen zurückgekehrt.  Meinen Glückwunsch, ich hoffe, Ihr habt erreicht, was  Ihr vorhattet. Ihr habt den Feinden das Fürchten  gelehrt, während Ihr Euren Freunden gute Dienste getan  habt!" Jarek Ar`tuur lächelte vorsichtig. Er war sonst  nicht der Mann, der mehrere Sätze hintereinander  freiwillig aussprach.  "Jarek, wie immer seid Ihr ein zuverlässiger Diener.  Ich danke Euch im Namen meiner Freunde. Wir haben  abermals einen wichtigen Fund gemacht, denn es zu  untersuchen gilt. Aber wir werden heute Nachmittag  sicherlich auf dem Konzil erscheinen. Und wir haben  dort auch sicherlich einiges zu berichten. Viel  Positives aus der Sicht des Konzils. Vielleicht können  wir Iuz endlich zurückdrängen." Ich hatte die  Entbehrungen der Zwischenebenen schon fast vergessen,  als ich mir die Gesichter der Diplomaten vorstellte,  wenn meine Freunde und ich davon erzählen würden, dass  wir die Möglichkeiten hatten, den Tempel des  Elementaren Bösen für immer zu schließen... 

Doch vorher mussten die Gegenstände gut versteckt  werden, damit sie nicht so schnell gefunden werden  würden. Wir verstauten sie in unserem geheimen Keller,  in der Hoffnung, sie später genau zu untersuchen.  Unweigerlich schweiften meine Gedanken wieder ab zu  meinem verstorbenen Freund Selkai, es wäre eine wahre  Freunde gewesen, mit ihm die Artefakte zu untersuchen,  sicherlich hätten wir Tag und Nacht für Nicht - Magier  unverständliches Kauderwelsch von uns gegeben.... 

Insgeheim hoffe ich immer noch auf ein Wunder, ich  kann mir nicht vorstellen, dass uns die Götter in einer  so schwierigen Zeit einen so wichtigen Verbündeten  vorenthalten würden...

Aber zurück zum hier und jetzt, wir mussten uns für  unseren Auftritt vor den Konzilsmitgliedern rüsten.  Jeder traf seine Vorbereitungen, Nach einem Bad und  einer Rasur kleidete ich mich in die weiße Robe, die  mich als ersten Erzmagier der weißen Legion auswies,  meinen magischen Ring der Zauberei und des Schutzes  hatte ich gereinigt, an der rechten Hand trug ich den  Siegelring, der bescheinigte Botschafter und Hofmagier  von Blackmoor zu sein. Jarek, hatte meinen magischen  Kampfstab gesäubert, meine Garderobe war nun adäquat  für einen Auftritt vor dem Konzil.  Ich ging in den Salon hinüber, auch die anderen waren  nicht untätig gewesen. Jeder hatte sich herausgeputzt,  kein Vergleich zu dem Haufen erschöpfter und  zerlumpter Gestalten, die wir gestern noch gewesen  waren. Mit ein wenig Verspätung traf Athalarich ein,  er hatte im Tempel meditiert. Endlich fuhren zwei  Gespanne vor, wir stiegen ein und fuhren anfangs durch  die engen Gassen, ich hatte die Kutscher angewiesen,  nicht zu schnell zu fahren, ich wollte keine Passanten  gefährden. Auf dem Processional, der großen  Hauptstraße Greyhawks könnte er dann schneller fahren.  Majestätisch erhob sich die Zitadelle über Greyhawk,  sie war von mehreren Mauerringen geschützt, die die  Stadt in die unterschiedlichen Bezirke einteilte. Bis  vor einiger Zeit hatten dort Côr, Athalarich, Nellain;  Selkai und ich dort unsere Gemächer, die man uns als  Diplomaten zur Verfügung gestellt hatte. Als unsere  Gefährte hielten, stürzten sofort einige Bedienstete  heran, die uns die Tür öffnen wollten. Côr, der auf  dem Kutschbock gesessen war und sich, eine Pfeife  schmauchend, mit dem Kutscher unterhalten hatte, war  aber schneller. Er sprang in einem Satz hinunter und  öffnete mit verschmitztem Grinsen die Tür.  Würdevoll schritten wir durch die Hallen, vorbei an  salutierenden Soldaten, fleißigen Dienern, Intrigen  spinnenden Hoffrauen und diskutierenden Diplomaten.  Offensichtlich befand man sich gerade in einer  Verhandlungspause. Ein Mann, in den späten  Dreissigern, ebenso wie ich sonst auch in eine  prachtvolle, reich verzierte rote Robe gekleidet, kam  auf uns zu. Sein fester Gesichtsausdruck zeugt von  Ernsthaftigkeit und Selbstvertrauen, die wachen Augen  blitzen vor Intelligenz. Eine Gasse schien sich vor  ihm zu bilden, keiner wagte es, dem Mann im Weg zu  stehen, selbst breitschultrige Kämpfer wichen zurück.  Der Mann strahlte eine gewisse Aura von Hochnäsigkeit  aus: MORDENKAINEN, Erzmagier, Vorsitzender des Zirkels  der Acht, Leiter des Konzils.  Ehrfürchtig neigte ich mein Haupt, die anderen taten  es mir gleich. "Seid mir gegrüßt meine Freunde! Wie  ich sehe, gab es dieses Mal keine Verluste zu  beklagen!" Dieser Seitenhieb schmerzte. Ich hörte Côrs  Zähne knirschen, Nellain ballte kurz die rechte Faust.  Auch Athalarich schien einen Augenblick zu überlegen,  den Fehdehandschuh zu verwenden. Prinz Anthaias hatte  als einziger die Contenance, um nicht auf diese  Bemerkung zu reagieren. Ich holte Luft, wollte etwas  sagen, gab die Intention jedoch auf, wollte ich uns  nicht vor allen Anwesenden bloßstellen. Also taten wir  alle so, als hätten wir nichts gehört. Wir richteten  uns auf und folgten der Aufforderung des Erzmagiers,  ihm zu folgen. In einer abgeschiedenen, ruhigen Ecke  stand ein Tisch, wir setzten uns und berichteten  Mordenkainen von den Geschehnissen im Tempel und von  unserem Fund. Er meinte nur, wir sollten ihm die  Gegenstände zur Untersuchung überlassen. Dieses Mal  widersprach ich, sehr zu meinem eigenen Erstaunen und  dem meiner Freunde. Ich bot ihm an, er könne sich  einen Teil ansehen. Der Magier zog nur überrascht die  linke Augenbraue nach oben, willigte aber ein.  Ruckartig stand er auf und meinte nur trocken, dass die  andern auch von unseren Erfolgen erfahren sollten. Es  gäbe noch viel zu tun.  Dann schritt er schnellen Schrittes zurück in den  Verhandlungssaal. Die anderen und ich folgten. Der  Saal füllte sich rasch. Wir hatten beschlossen, als  Repräsentanten der weißen Legion aufzutreten. Also  warteten wir am Ende der langen Tafel. Mordenkainen  stand am Kopf der Tafel, er eröffnete die Sitzung:  "Werte Mitglieder des Konzils von Greyhawk. Sicherlich  habt Ihr bemerkt, dass einige besonders wertvolle und  aktive Mitglieder wieder einmal in unserer Mitte  auftauchen. Sie haben, so wurde mir versichert,  wichtige Nachrichten, die es wert sein sollen, die  geplanten Punkte der Tagesordnung zu verändern. Wir  wollen ihnen nun das Wort erteilen!"  Wir traten in die Mitte des länglichen Tischovals, die  Blicke duzender Staatsoberhäupter und Repräsentanten,  viele Könige und Herrscher, deren Ländereien teilweise  oder ganz unter der Herrschaft des Feindes litten,  starrten uns an. Ich wollte den Anfang machen und  richtete die üblichen Begrüßungsformeln und -floskeln  an die Anwesenden, dann begann ich mit unserem Bericht  über die Ereignisse im Tempel. Rhetorisch unterstützt  wurde ich von Athalarich und Anthaias, die die eine  oder andere Passage unserer Reise erläuterten, oder  eine erklärende Ergänzung zu meinen Ausführungen  machten. Côr war nie ein Freund der großen Reden  gewesen, er unterstützte mich nur durch seine  Anwesenheit, ein beruhigendes Gefühl, obwohl mir hier  sicherlich kein körperlicher Schaden drohte. Nellain  hatte keine Lust, seine Zunge mit der steifen Sprache  der Diplomatie zu belasten, er sang und erzählte  lieber vor einem Publikum, das einfacherer Natur war  und das die eine oder andere Ausschmückung in der  Geschichte eher schätze, als unwichtige Detailfragen.  Überraschender Weise hatten wir aufmerksame Zuhörer.  Als wir mit unserem Bericht zu Ende gekommen waren,  regten sich aber viele Stimmen, die fragten, was dies  mit dem Krieg zu tun habe, der Tempel existiere nun  schon seit vielen Jahrzehnten, man könne sich später  darum kümmern, es gäbe wichtigeres. Unterstützt wurden  wir vom Herrscher von Furyondy, auf deren  Herrschaftsgebiet sich der unselige Tempel befand. Man  wäre froh, die Gefahr aus dem Hinterland gebannt zu  wissen. Im Verlauf der resultierenden Diskussion  erfuhren wir, wie schlimm es stand, um die Nordfront.  Sie war quasi zusammengebrochen, weit nach Süden  gerückt, viele Stellungen überrannt und gebrandschatzt  von Iuz Truppen, Viele Städte wurden belagert, waren  sie nicht schon gefallen. Am schlimmsten stand es um  Chandel, die große Stadt, Regierungssitz, war von  einem riesigen Heer von zwanzigtausend Mann und  Monstren eingekesselt. Sie musste nicht nur gehalten,  sondern auch befreit werden.  Ungläubig, ob der hoffnungslosen Situation blickten  wir uns an, das Geschrei der Diplomaten um uns herum  wurde immer undeutlicher, wir schienen eine Art Insel  der Ruhe zu bilden. In den Gesichtern meiner Freunde  konnte ich die grimmige Entschlossenheit erkennen, dass  wir zu den Männern der Weißen Legion nach Chandel  reisen würden und mit Ihnen gemeinsam den Feind  erwarten würden. Die Verhandlungen waren noch nicht  beendet, da kehrten wir dem Konzil den Rücken und  stiegen hinab in die Kellergewölbe der Zitadelle, in  jenen Raum, der einen der wichtigsten Gegenstände  beherbergte, den das Konzil besaß. Eine Leihgabe, von  Côr und mir: ein Spiegel, der es ermöglichte, ein Tor  zu weit entfernten Orten auf der Welt zu öffnen,  einzige Bedingung der Benutzer musste diesen Ort  kennen. So hatte man schon so mancher Schlacht die  entscheidende Wendung geben können, weil der Feind von  frischen Truppen überrascht worden war.  Wir grüßten kurz die Wachen und betraten den Keller.  Über dem Spiegel hing ein schweres Tuch aus schwarzem  Samt. Wir blickten uns abermals kurz an, jeder hatte  seine Ausrüstung, die er benötigte, bei sich und war  entschlossen, Chandel bis zum letzten Blutstropfen zu  verteidigen. Unter dem schwarzen Samt befand sich der  2m hohe Spiegel, eingefasst in einen mit vielen  Schnitzereien verzierten Ebenholzrahmen, der uns  schnell nach Chandel bringen sollte. Ich berührte das  kühle, versilberte Glas und konzentrierte mich auf die  Stadt, den Marktplatz. Langsam begannen Wirbel aller  Farben des Regenbogens wilde Muster auf die Oberfläche  zu zeichnen. Schneller, immer schneller bildeten sich  zuerst undeutliche Farbhaufen, dann wurden die  Konturen deutlicher, bis man jedes einzelne Detail bis  zu durcheinander laufenden Kindern erkennen konnte.  Wir schritten durch das Tor, ich ging als letzter  hindurch, hinter mir verschwand das Leuchten, wir  standen mitten auf dem Marktplatz der allerdings eher  einem Exerzierplatz einer Kaserne ähnelte. Ein Mann in  Rüstung, der sich gerade mit ein paar Soldaten  unterhalten hatte, lief auf uns zu: Otis, Knight of  the Hart und getreuer Freund und Offizier unserer  Armee. Nach einer kurzen, aber herzlichen Begrüßung,  führte er in das Zelt der Kommandeure. Mit  sorgenvoller Mine klärte er uns über die mehr als  hoffnungslose Situation der Stadt auf. Unablässig  fanden Angriffe auf allen Abschnitten der Mauer statt.  Die Männer waren müde, verängstigt und entmutigt.  Immer wieder kamen fliegende Dämonen, die unter der  Stadtbevölkerung und den Flüchtlingen furchtbare  Gräuel anrichteten, die Männer konnten nichts tun, die  Monster waren immun gegen ihre Waffen.  Einzig ein paar Offiziere und die Magier waren im  Stande die Dämonen zu verletzten bzw. zu zerstören.  Die Magierschüler genossen inzwischen ein hohes  Ansehen, weil sie einen Dämon im Alleingang getötet  hatten. Auch Malon fer Asque und Nalfain da Estvir  waren nicht untätig gewesen und hatten das eine oder  andere Scheusal zur Strecke gebracht, aber dies war  weniger als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen  Stein. Es musste etwas getan werden, die Männer waren  mutlos. Athalarich hatte eine Idee, man würde für den  Abend eine Zeremonie abhalten, um den bewährtesten  Kämpfern unserer Truppe erbeutete magische Waffen und  Rüstungen zukommen zu lassen. Damit würden wir unsere  Präsenz zeigen und den Männern Mut machen.  Im Verlaufe des Nachmittags sprachen wir mit Otis,  schritten die Mauern ab, sprachen den Männern Mut zu,  viele waren durch unsere Anwesenheit erleichtert,  einmal erwies sich ein Dämon als dumm genug, zu nahe  an die Stadt heran zu fliegen. Ich hatte ihn zusammen  mit Prinz Anthaias gesehen, noch bevor er wusste, wie  ihm geschah, war er durch zwei Feuerbälle in seine  unselige Dimension zurück geschleudert worden. Unter  dem Jubel der Männer rieselten einige Aschepartikel  langsam zu Boden.  Doch der Jubel währte nicht lange, immer wieder mussten  wir Angriffe auf unterschiedliche Abschnitte der  Befestigungsanlagen der Stadt abwehren. Der Feind  erlitt furchtbare Verluste, aber seine  Truppenkontingente schienen unbegrenzt zu sein. Unsere  Männer kämpften tapfer, doch wir verloren immer wieder  Leute, lange würden wir dies nicht mehr durchhalten  können. Das schlimmste allerdings waren die  geflügelten Dämon, Nabassu in Fachkreisen genannt. Sie  griffen im Schutze der Dunkelheit a, tauchten wie aus  dem Nichts auf und töteten nicht nur Soldaten,  sondern richteten wahre Blutbäder unter der  Zivilbevölkerung an. Die panischen Schmerzensschreie  der Überfallenen verstummten die Nacht über nie, sie  raubten einem den dringend benötigten Schlaf. Außerdem  wurde so systematisch die Moral aller Beteiligten  untergraben, etwas musste geschehen.  Am nächsten Morgen trafen wir uns zur Besprechung im  Kommandozelt. Alle meine Freunde waren bereits  gezeichnet durch Schlafentzug, durch die entsetzlichen  Taten der Dämonen...

Wir überlegten zusammen, wie  viele Nabassu Dämonen im gegnerischen Heer sein  sollten. Laut Aussagen unserer Verbündeten könnten  dies höchstens eine Handvoll sein, die hinter den  feindlichen Linien saßen. Wir sahen uns an, ich  blickte in die entschlossenen Augen meiner Freunde.  "Wir haben lange genug dem Feind die Initiative  überlassen, es wird Zeit, dass wir uns wieder einmal  zeigen!" Ich hoffe, Nellain hatte den Mund nicht zu  voll genommen mit dieser Bemerkung.  Innerhalb von Minuten war ein tollkühner Plan  geschmiedet worden: Wir alle würden, als Truppen des  Feindes getarnt, hinter den feindlichen Linien landen.  Dies sollte meine Aufgabe sein, uns dort sicher  hinzubringen. Dann würden wir das Lager der Dämonen  suchen und wenn möglichst viele Nabassu in ihre Heimat  zu schicken, bevor wir wieder in die Festung  zurückkehren würden. Nach kurzer Zeit hatten wir die  in IUZ Armee üblichen schwarzen Umhänge und Roben  übergezogen und waren bereit.  In unserem Zelt fassten wir uns an die Hände ich  konzentrierte mich auf die beschriebene Landschaft und  verfiel beim Rezitieren der Beschwörungsformeln in  Trance, die magischen Energien erfassten uns und zogen  uns mit sich fort, wir hatten das Gefühl zu fallen,  dann standen wir wieder auf festem Boden. Wir öffneten  die Augen, wir standen nahe der beschriebenen  Ortschaft, vor neugierigen Blicken geschützt in Mitten  einer Baumgruppe.  Als wir sicher waren, dass niemand in der Nähe war,  schlichen wir zu der kleinen Gruppe Häuser, in deren  Mitte sich die Überreste einer kleinen Burg befanden.  Das Burgtor stand offen oder besser hing in den  Überresten, die man als Angeln bezeichnen könnte. Wir  bewegten uns leise vorwärts in Richtung der  Stallungen, von hier aus konnte man den Eingang zu  Turm beobachten. Aus dem Inneren der Burgfrieds hörten  wir Geräusche, wir hatten offensichtlich recht mit  unserer Vermutung, die Dämonen hier zu finden. Aber  wie sollten wir vorgehen ??  Diese Entscheidung wurde uns abgenommen, eine Gruppe  Orks lief aus dem Turm, einige schienen Säcke über der  Schulter zu tragen. Schon kurz danach hörten wir das  wütende Brüllen, das uns bekannt vorkam. Wir verließen  unseren Unterschlupf, um uns zum Kampf zu stellen.  Sechs Nabassu stürmten auf ihren Klauenfüßen aus dem  Tor. Ohne lang zu überlegen griffen sie uns an. "Auf  sie! Für die Gefallenen der Legion!" Athalarichs  Anfeuerungsrufe waren aber nicht nötig, wir alle waren  bereits kampfbereit.  Ich hatte mich konzentriert, ließ die magischen  Energien frei, schon schoß ein Kegel aus tödlicher  Kälte auf unsere Gegner zu. Mit einem grässlichen  Schrei verabschiedeten sich zwei Dämonen aus dieser  Wirklichkeit, drei weitere wurden verletzt. Unsere  Kämpfer Côr und Athalarich erschlugen zwei weitere,  während Anthaias einem anderen schwer zu setzte.  Nellain verließ sich auf seine magischen Künste, er  wollte einen der Dämonen verbrennen, aber etwas  stimmte nicht, er hatte die Kontrolle verloren,  konzentrierte sich, schien wieder alles im Griff zu  haben, doch da bildete sich hinter ihm ein riesiges  Tor. Was sollte das ?!?!  Ein Nabassu schaffte es tatsächlich, sich in die Luft  zu erheben und zu flüchten. Der sechste wurde von  Athalarichs father´s revenge in Stücke geschlagen,  bevor er sich auflöste. Mit einem markerschütternden  Brüllen schritt ein großer blauer Drache aus dem Tor,  kurz darauf folgte ein Troll, der etwas verwirrt  dreinblickte! Die gelben Reptilien Augen des Drachens  hatten uns bereits bemerkt, das schuppige Untier  machte Anstalten, seine furchtbarste Waffe  einzusetzen: seinen Drachenodem.  Wir waren alle wie gelähmt, nur Côr war zu einer  koordinierten Handlung fähig, todesmutig stürmte er  auf das Untier zu. Bevor dieses seinen tödlichen Atem  einsetzen konnte, hatte unser kräftiger Freund sein  Schwert tief in die Kehle des Drachen gestoßen. Dessen  Odem, erzeugte einen solchen Überdruck im sterbenden  Körper, das der Kopf zerplatze. Blut, Knochen und  Überreste eines Gehirns spritzen herum und besudelten  unsere Kleidung. Ungläubig und ein wenig ehrfürchtig  klopften wir unserem Freund auf die Schulter. Der  stand schnaufend neben den Resten des Drachenkörpers.  Côr konnte es selbst kaum fassen, er hatte einen  blauen Drachen mit einem einzigen Streich erledigt,  stolz reckte er sich zu voller Größe. "Laß Dir das  eine Lehre sein!" sprach er zu dem toten Monster, von  sich selbst überzeugt. Der Troll zeigte überraschend  viel Intelligenz für seine Rasse: er nahm die Beine in  die Hand und flüchtete... 

Bevor unsere Aktion von den Feinden bemerkt wurde oder  der Dämon mit Verstärkung zurückkehrte, beschlossen  wir, zurück zu kehren. Dies war jetzt wieder meine  Aufgabe, wenige Augenblicke kehrten wir auf den  Marktplatz von Chandel zurück.

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