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Stand: 9. September 2018 

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"The Chronical-Letters"

VI. Brief  an die Chronisten
Datum     :  3. Dezember 2000
Verfasser : Sese „Goron“ Herler  
   


Werte Chronisten!

Nachdem wir die Folgen der tödlichen Giftfalle, mit  der der Orb of Gold gesichert gewesen war, nur mit  Mutter Skellas Hilfe knapp überlebt hatten, ruhten wir  uns zwei Tage aus.

Ermutigt durch unseren Erfolg machten wir uns wieder  auf, die dunklen Gewölbe des Tempels hoffentlich zum  letzten Mal zu betreten.

Der ersten drei Gewölbe hatten wir, auch mit Hilfe von  Rufus Mannen, die nichts mehr von Ihrer Mutlosigkeit,  die Ihnen bei unserer ersten Begegnung ins Gesicht  geschrieben war, aufwiesen, gründlichst gesäubert.  Unbehelligt erreichten wir den Zugang zur vierten  Ebene.

Vorsichtig schlichen wir im flackernden Licht der  Fackeln die Stufen hinunter. Wir hatten gerade den Fuß  auf die untersten Stufen gesetzt, als das Unheil über  uns hereinbrach. Wie aus dem nichts stürmten Horden  von Trollen, Ettins und sogar Hügelriesen auf uns  ein. Mutig stellten sich unsere breitschultrigen  Freunde Cor und Athalarich den Feinden entgegen. Prinz  Anthaias sprang Ihnen sofort hilfreich zur Seite,  während Nellain einen Zauberspruch vorbereitete ...

Auch Selkai und ich waren nicht untätig. Selkai  konzentrierte sich, um die Trolle mir einem Feuerball  zu verbrennen. Ich entschied mich, gegen die Ettins  und Hügelriesen den Zauberregenbogenstrahlen  einzusetzen, dieser ist zur in seiner Wirkung schwer  einzuschätzen, die Betroffenen sind aber auf jeden  Fall zu den Verlierern zu zählen. Außerdem würde ich  meine Kameraden nicht gefährden, da sie von den  Gegnern an Körpergröße um einige Zoll überragt wurden,  ich hatte also genügend Trefferfläche ...

Sehr zu unserem Entsetzen mussten wir erkennen, dass man  einen Hinterhalt für uns vorbereitet hatte, die  Truppen des Tempels hatten uns fürchten gelernt und  sie waren wild entschlossen, den Tod ihrer Freunde und  Kameraden zu rächen. Ein Mann in einer  furchterregenden Rüstung, begleitet von drei Männern  in schwarzen Roben schritt würdevoll aus dem Dunkel um  einige Sekunden lang den Verlauf des Kampfes zu  bewundern. Man konnte förmlich sein zufriedenes  Grinsen hinter dem Vollvisier seines Helmes erkennen,  als sich hinter uns noch vier in Flammen gehüllte  Feuerelementare materialisierten ...

Wir saßen in der Falle, es gab keinen Ausweg. Es gab  nur zwei Möglichkeiten, die Angreifer niederzuringen  oder, die zweite, mir nicht behagende, unser aller  TOD. Doch bevor wir ins Reich der Toten verbannt  würden, müssten so viele der Monster sterben, wie  möglich.

Wir waren noch nicht verloren. Ich riskierte es, die  magischen Energien meines Zaubers in die wirkliche  Welt zu bringen, noch bevor ich sie endgültig  gebändigt hatte. Glücklicherweise gelang mir dies,  ohne das meine Kameraden oder ich zu Schaden kamen,  stattdessen musste der geheimnisvolle Anführer  mitansehen, wie die stärksten seiner Truppen innerhalb  von Sekunden starben.

Das Licht aller Farben des Regenbogens erhellte das  unterirdische Gewölbe. Die Strahlen schossen auf die  Ettins und Hügelriesen zu: einer wurde innerhalb eines  Wimpernschlags in seiner Bewegung versteinert, zwei  Ettins, die durch die father´s revenge und Côr´s  Klinge schon schwer verletzt waren, wurden durch die  gelben Strahlen zu Asche verbrannt. Die anderen drei  Hügelriesen wurden durch das Gift des grünen Lichts zu  Boden geworfen und starben, von Schmerzen gekrümmt.

Inzwischen verbrannten einige Trolle durch Selkais  beschworenen Feuerball, Nellain war von den  Feuerelementaren angegriffen worden und kämpfte wie  ein Löwe, jemand musste ihm schnell zu Hilfe eilen,  bevor es zu spät war, er hatte uns auch schon so oft  das Leben gerettet.

Die drei Gestalten in Roben begannen ein unheilvolles  Gemurmel, ich wollte ich wissen, welche Überraschungen  sie noch für uns bereithielten und schleuderte auf  jeden von ihnen magische Geschosse. Zwei taumelten,  merklich getroffen, die dritte, ein wenig dunklere  Gestalt blieb unbeeindruckt. Der Ritter vollführte  eine seltsame Bewegung mit seinem Streitkolben und  schon bildete sich eine grünlich-braun schimmernde  Wolke vor ihm, die in Richtung meiner heranstürmenden  Freunde Athalarich und Anthaias waberte. Cor stieß den  versteinerten Riesen um, und drehte sich in Richtung  Nellain, um unserem Barden beizustehen.

Inzwischen musste ich hilflos mitansehen, wie ein  blauer Blitz, aus der Hand des gegnerischen Magiers  auf mich zu flog und mich gegen die Wand schleuderte,  rauchend und zuckend fiel ich zu Boden. Ich spuckte  ein wenig Blut aus und wischte mir den Schweiß aus den  Augen, er wollte also Ärger. Selkai schleuderte im  Gegenzug einen Blitzstrahl auf den Mann. Abermals  zeigte sich dieser unbeeindruckt.

Endlich hatten Cor und Nellain die Feuerelementare  bezwungen. Der Barde nahm sich keine Zeit, seine  Wunden zu verpflegen, sondern beschwor magische  Geschosse, die zwei der gegnerischen Robenträger zu  boden warf und tötete.

Selkai und ich hatten zwischenzeitlich endlich die  letzten Trolle geröstet, jetzt waren nur noch der  Ritter und der Magier als Gegner vorhanden.

Athaias und Athalarich waren durch die Wolke  offensichtlich nicht zu Schaden gekommen und setzten  dem Ritter schwer zu. Cor und Nellain stürmten heran,  um den Magier zu beschäftigen.

Abermals wurde ich von einem Zauberspruch gegen eine  Wand geschleudert, mir wurde schwarz vor Augen ...

Als ich die Augen öffnete sah ich in Selkais Gesicht,  mein elfischer Freund hatte mir mit einem Heiltrank  das Leben gerettet, so schnell es mein Zustand zuließ,  sprang ich auf und schleuderte magische Geschosse auf  den Magier, um abermals festzustellen, dass noch ein  Schutzspruch aktiv war. Welcher, konnte ich wegen der  schlechten Lichtverhältnisse und all dem Rauch nicht  erkennen.

Athalarich zeigte sich abermals mehr als Krieger denn  als Priester, sein Schwert father´s revenge schlug  mehrfach durch die Stahlplatten der Rüstung unseres  Gegners, der bereits aus mehreren Wunden blutete. Die  eine oder andere stammte auch von dem Langschwert des  Elfenprinzen, Anthaias. Der Ritter war bereits so  geschwächt, dass er den Streitkolben nur noch  unkontrolliert Richtung seiner Gegner schwang.

Bevor Cor und Nellain den Magier erreichten,  schleuderte dieser abermals einen Blitz auf Selkai und  mich. Mein Elfenfreund richtete sich auf und wurde  voll in der Brust getroffen. Er wurde gegen die Wand  geworfen, langsam rutschte er die Wand auf die Stufen  hinunter ...

Taumelnd stolperte ich zu Selkai, kniete neben ihm  nieder, hob vorsichtig seinen Kopf. Rauchschwaden  stiegen aus einer klaffenden Wunde. Blut quoll aus dem  Mund und der stolzen Nase, Selkai hatte seinen letzten  Atemzug getan. Vor Trauer und blinder Wut schrie ich  auf, der Blick verwässert durch Tränen ...

Bevor er noch weitere unheilvolle Magie einsetzen  konnte, entzog sich Selkais Mörder seiner gerechten  Strafe, die ihm durch Cor und Nellain widerfahren  wäre, durch einen Teleportspruch mit Hilfe eines  Amuletts.

Der Ritter hatte wesentlich weniger Glück, durchbohrt  von zwei Schwertern hauchte sein unseliges Leben aus  und trat, so wünschte ich es ihm, die lange Reise  durch sämtliche Höllen dieses Universums an.

Erschreckt ob meines Wutschreis blickten sich die  anderen um. Sie stürmten so schnell sie konnten  zurück.  Blutbefleckt und verschwitzt knieten meine Kameraden  neben mir und Selkais Leiche nieder. Keiner wagte auch  nur ein Wort zu sprechen. Endlich wagte es Cor, mir  beschwichtigend die Hand auf die Schulter. Er  schüttelte den Kopf.

Athalarich sprach leise, flüsterte er würde sich bei  seinem Patriarchen dafür einsetzen, dass diese ein  Ritual durchführten, das Selkai zurück ins Leben holen  würde, doch jetzt wäre es vonnöten keine Zeit mehr zu  verlieren, der Magier wäre schwächt, dass man ihn  verfolgen und zur Strecke bringen sollte. Diese  Aufgabe sollte unser höchstes Ziel sein. Müde nickte  ich nur, und ließ es zu, daß mir die anderen  aufhalfen. Erschöpft zogen wir weiter.

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Goron "Sese"

 

   
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Written by:
  • Sese „Goron“
    Herler
  • Nicolas „Nellain“ Wachter
  • Alex „Artemis“ Miller