Elorien.ch

Stand: 9. September 2018 

Last Verzeichnis Next


"The Chronical-Letters"

V. Brief  an die Chronisten
Datum: 28.September 1999
Verfasser: Sese „Goron“ Herler
   

 

Es ist einige Zeit vergangen, seitdem ich meinen  letzten Reisebericht an Euch geschickt habe, aber Ihr  werdet sicherlich Verständnis dafür zeigen, wenn Ihr  erfahrt, was uns widerfahren ist ...

Wir hatten Prinz Imran aus dem Tempel geführt, Rufus  Bericht über die Zerschlagung der Räuber vernommen und  beschlossen, unseren Körpern, auf denen eine bleierne  Müdigkeit lastete, einige Stunden dringend benötigten  Schlaf und Ruhe zu gönnen. Den Göttern und allen  Gelehrten sei Dank war uns eine relativ ruhige Nacht  vergönnt, wir waren alle so erschöpft, dass uns kein  Alp aus dem Schlaf zu reißen vermochte ...

Am nächsten Morgen nahmen wir nach einem kurzen und  kargen Frühstück Abschied von dem Feldherren Imran,  der zurück in sein Heimatland aufbrach, um sein Volk  gegen Iuz zu unterstützen. Wir hatten uns  entschlossen, zuerst den Geheimgang, den der  Räuberanführer gesucht hatte, bevor er von Rufus  Mannen erschlagen wurde, ausfindig zu machen. Schon  nach kurzem Suchen hatte Nellain (wer auch sonst) eine  verborgene Falltür in einem der Wandschränke entdeckt.  Ohne groß zu diskutieren stieg Cor als erster hinab.  Wir anderen folgten ...

Im spärlichen Fackellicht folgten wir dem Gang, der  grob in den Untergrund gehauen war. Nach ein paar  hundert Metern zweigte ein besser gearbeiteter Gang  ab. Wir wollten zuerst diesen untersuchen ...

Schon nach wenigen Metern machte der Gang einen Knick.  Wir blieben stehen, Nellain schlich vorsichtig weiter,  um zu spähen. Kaum hatte der Barde um die Ecke  geblickt, da blieb er wie angewurzelt stehen. Cor und  Athalarich zogen ihn zurück. Nach einigen Minuten kam  er wieder zu sich. Er schlug die Augen auf und  murmelte nur: "Ein Basilisk ... ein Basilisk ... er  ... er ... hhhat ... mmich ... versteinert .... "

Schnell wurde mir klar, daß es sich hierbei um eine  Illusion handeln musste, da Nellain nicht die Spuren  einer Versteinerung aufwies, abgesehen von seinem  etwas blasseren Aussehen, was aber wohl eher vom  Schock herrührte ...

An Selkais verschmitzten Grinsen konnte ich erkennen,  dass er dieses "Monster" auch erkannt hatte. Wir  erklärten es den anderen, dann begab ich mich in den  Gang und tatsächlich hatte auch zuerst den Eindruck,  eine riesengroße Echse, deren Blick einen Menschen  versteinert, würde mich anfauchen. Ich redete mir ein,  das dies nur eine Täuschung sei und tatsächlich, das  Biest wurde durchsichtig, ich konnte den Zauber fast  "sehen". Um ein gefahrloses Passieren zu ermöglichen  zerstörte ich die Illusion mit Hilfe von Magie bannen.

Wir schlichen auf den Steinplatten vorsichtig weiter,  die Schatten schienen unseren Augen seltsame Streiche  zu spielen. Ein ums andere Mal drehte sich jeder von  uns um, damit er sicher gehen konnte, das auch  wirklich kein Ungeheuer plötzlich aus dem Schatten  sprang.

Kaum hatten wir einige Meter hinter uns gebracht, da  weitete sich der Gang zu einer Art Vorhalle. Gegenüber  befand sich ein Durchgang. Dieser schien auf uns eine  weit stärkere Anziehungskraft zu haben, als die im  Raum befindliche Holztür. Das sollte sich noch als  schwerer Fehler herausstellen ...

Gerade zehn Schritte kamen wir weit, als plötzlich das  Unglück über uns hereinbrach ... Wie aus dem nichts  tauchte ein Feuerball auf, der in unserer Mitte  explodierte und mich und auch Selkai schmerzlich daran  erinnerte, das es ab und zu durchaus sinnvoll ist, den  einen oder anderen Schutzspruch aktiv zu haben. Wir  hatten keine Zeit uns aufzurappeln, als sich auch  schon Prinz Anthaias vor Schmerzen krümmte, dies  rührte aber nicht von etwaigen Verbrennungen, die  durch den Feuerball hervorgerufen wurde, NEIN - eine  vermummte Gestalt war hinter ihm aufgetaucht und hatte  ihm einen Dolch in den Rücken gerammt ...

Zum Glück für unseren Elfenprinzen war die Klinge, die  sicherlich vergiftet war, nicht durch sein magisches  Kettenhemd gedrungen, sonst wäre unser Freund wohl  jämmerlich zu Grunde gegangen. Doch unsere Angreifer  hatten nicht lange Zeit, ihren Triumph zu genießen.  Der Spitzbube, oder war es doch eine Frau ?, merkte  recht schnell, dass wir nicht nur zahlenmäßig  überlegen waren, sondern auch im Geschick und im  Umgang mit der Waffe. Sie drehte an einem Ring und  wurde unsichtbar, an den hallenden Schritten konnte  man erkennen, dass sie ihr Heil in der Fluch suchte ...

Die Holztür war, wie Cor und Athalarich festgestellt  hatten, verschlossen. Wir mussten schnell handeln, also  entschlossen wir uns, das Selkai sich fliegender Weise  an das eine Ende des Ganges begab und ich mich zurück  in den Wachturm teleportierte, um unserer Angreifern  den Weg zu verstellen. Die anderen sollten dafür  sorgen, dass die Diebin auch ganz sicher den Gang  verließ ...

Und wieder einmal sollte ich die Aufgabe haben, einen  unserer Feinde auszuschalten ...  Ich hatte die Falltür im Schrank verschlossen und  wartete nur darauf, dass sich diese öffnete. Ich musste  gar nicht lange warten, da hob sich auch schon  knarrend der Deckel, ich zögerte noch einen Augenblick  und sprach dann die Formel der brennenden Hände, ein  Zauber aus dem ersten Buch, der, sofern er von einem  geübten verwendet wird, äußert wirkungsvoll ist ...  Wie nicht anders erwartet , schlugen Flammen  keilförmig auf die Öffnung im Schrank, ich sah in dem  Flammen kurz die Umrisse eines Menschen, ein Schrei  und dann einige Meter tiefer einen dumpfen Schlag ...

Ich hatte kaum die erste Stufe der Leiter nach unten  betreten, da hörte ich auch schon Cor murmeln: "Das  die uns auch immer ärgern müssen. Dabei bin ich doch  so ruhig nd friedlich ... Aber nein, DIE wollen´s ja  immer wieder versuchen ... Schau Dir mal die Sauerei  an, alles verkohlt. Aber einen schönen Ring hat sie  da, der schaut aus wie neu ..."

Die letzte Bemerkung machte mich hellhörig, es schien  sich also um einen magischen Ring zu handeln, jeder  andere, nicht - magische Gegenstand hatte durch die  Hitze Schaden genommen, oder zumindest Spuren  aufgewiesen ...  Auch Anthaias und Nellains Aussagen, dass die Diebin  sich mit Hilfe des Rings unsichtbar gemacht hatte,  würden dies bestätigen. Sollte es sich hierbei um  einen Ring der Unsichtbarkeit handeln, dies müsste eine  genaue Untersuchung zeigen. Wie sich später  herausstellte, konnte man in diesem Ring eine  bestimmte Anzahl von Zaubersprüchen speichern, um sie  zum geeigneten Zeitpunkt zu aktivieren ...

Doch ich schweife ab, es gibt wichtigeres, als Euch  mit magischen Gegenständen und ihrer Funktionsweise zu  langweilen ...

Kaum hatten wir uns zusammengefunden und unsere Wunden  notdürftig behandelt, was durch göttliche Hilfe, die  durch Athalarich herbei gerufen hatte, erheblich  beschleunigt wurde, (ich bin immer wieder froh ihn in  meiner Nähe zu wissen, das hätte früher so manche  Reise vereinfacht) brachen wir auf, um den Magier zu  stellen, der uns angegriffen hatte.

Die Holztür samt ihres Schlosses war kein Hindernis  für Nellains geschickte Finger. Er meinte nur trocken,  das die Schlafzimmer von reichen Kaufmanns Töchtern  besser gesichert seien. Nun ja, er wird es wohl  irgendwie in Erfahrung gebracht haben ...

Knarrend öffnete sich die Tür. Hätten wir besser auf  dieses Geräusch geachtet und wären nicht so auf den  Schatten fixiert gewesen, dann hätte dieser Tag weniger  schmerzhaft begonnen. Wir traten vorsichtig in einen  quadratischen Raum.

Sofort fielen uns drei Pergamente auf, die an Wänden  und der gegenüberliegenden Tür befestigt waren. Es war  klar, dass uns diese am weiterkommen hindern sollten.  Ein Pergament konnte Nellain bannen, die zwei anderen  zerstörten wir mit magischen Säurepfeilen, ein  Zauberspruch, den Prinz Melf entwickelt hat, bei  Gelegenheit muss ich ihm dazu gratulieren.

Schnell und routiniert durchsuchten wir den Raum, wir  fanden hinter der Tür einige Gegenstände, die eine  magische Aura zu haben schienen, die Bergung  verschoben wir auf später, zuerst mussten wir den  feindlichen Magier finden.

An der östlichen Wand war hinter einem Wandteppich ein  Zugang verborgen, schnell hasteten wir den dahinter  liegenden Gang hinunter, um sicher zu gehen, daß der  Magier nicht flüchtete. Der Gang wand sich in  unterschiedliche Richtungen, es gab aber keinen  Abzweig. Nach einigen hundert Metern war am Ende Licht  zu sehen, wir beschleunigten unsere Schritte und  standen Angesicht zu Angesicht mit dem Magier.

Er war in schwarze Roben gekleidet und versuchte  eiligst, seine wichtigsten Gegenstände in Sicherheit  zu bringen. Den Zugang hatte er mit einem Kraftfeld  versiegelt. Ich murmelte eine magische Formel, die  mich durch das Feld teleportieren sollte, eine übliche  Form, um diese Art des Schutzzaubers zu unterlaufen,  als sich unser Gegner mit einem kurzen Winken und  einem Teleportspruch aus unserem Blickfeld entfernte.

Genau das hatten wir verhindern wollen, dass ein  Magier, der mit Iuz und dem Tempel zusammenarbeitet,  sich aus dem Staub macht. Aber jetzt konnten wir  nichts dagegen unternehmen. Das Kraftfeld löste sich  nach kurzer Zeit auf und wir konnten den Raum  durchsuchen. Wir fanden nichts wirklich bedeutsames,  bis Athalarich auf einen metallischen Würfel stieß.  Dieser Würfel war völlig schmucklos, wies aber ein  Schloss und Scharniere auf, es handelte sich wohl um  eine Art Behältnis.

Nach einiger Beratung öffneten wir den Behälter, kaum  hatte Nellain das Schloss wieder unter Zuhilfenahme  seiner Diebesfähigkeiten geöffnet, da strömte unter  lautem Zischen Gas aus dem Behälter, es schoss mit  einem Brennen in unsere Augen und Nasen, die Augen  quollen vor Tränen, die Bronchien schienen  anzuschwellen, Husten ... Husten .... keine Luft mehr  ... alles schwankt,

Aus den Augenwinkeln sehe ich, das Cor Deckel der  Kiste zuschlägt, Athalarich packt mich und Selkai,  zieht uns aus dem Raum auch Nellain und Anthaias  können sich retten.

Aber die Wirkung lässt nicht nach, wir werden  schwächer, mit letzter Kraft teleportiere ich uns zu  Mutter Skella nach Nulb, sie scheint kaum überrascht,  uns zu sehen, nur mit Athalarichs Hilfe schafft sie  es, Anthaias, Nellain, meinen Magierkollegen Selkai  und mich vor Nerulls Sense und dem Reich der Toten zu  bewahren.

Cor hat in der Zwischenzeit vor dem Kamin sitzend eine  Pfeife geraucht und über die Truhe nachgedacht. Noch  während wir uns ausruhen, geht er nach draußen, um sie  abermals zu öffnen. Doch der Vorrat an giftigen Gasen  scheint verbracht. Es passiert nichts, dafür gibt die  Kiste ihren Inhalt preis: ein goldener Schädel, an  dessen Basis sich vier Einbuchtungen befinden. Stolz  zeigt er uns das Resultat seiner Arbeit.

Wir sind und schnell im klaren, das es sich dabei um  den Orb of Gold handelt, der in einem Gedicht  beschrieben wird. Es ist eins von fünf Teilen eines  Artefakts, das den Schlüssel zu Macht und zur  Zerstörung des Tempels darstellt. Stolz auf unseren  Fund, sind wir bald wieder bereit die Rückreise zu  unserem Wachturm anzutreten, um die letzten dunklen  Verließe des Tempels zu betreten ...

Mehr wenn ihr mich wiederseht 

 

Goron "Sese"

   
Last Verzeichnis Next

 

Fantasy-Stories from the former days

Written by:
  • Sese „Goron“
    Herler
  • Nicolas „Nellain“ Wachter
  • Alex „Artemis“ Miller