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Stand: 9. September 2018 

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"The Chronical-Letters"

IV. Brief  an die Chronisten
Datum : 7.Oktober 2000 
Verfasser : Sese „Goron“ Herler 
   

 

Ich werde heute versuchen, mit meinem Bericht zu einem  vorläufigen Ende zu gelangen ...

Als wir den ersten Schock überstanden und uns ein  wenig gesammelt hatten, konnte ich von Selkai  erfahren, dass er nicht nur die Kontrolle über die  Flugbahn des Feuerballs verloren hatte, sondern auch  die von ihm beschworene Todeswolke verfehlte ihr  beabsichtigtes Ziel ...

Aber mein elfischer Thaumaturgenfreund hatte Glück im  Unglück, der Gegner trat so massiv auf, dass er dennoch  einen ätzenden und erstickenden Tod über die  gegnerischen Reihen brachte ...

Meine Freunde berichteten mir, dass auch sie auf Ettins  gestoßen waren, die ihnen übel zugesetzt hatten, auch  die begleitenden Trolle seien nicht zu unterschätzen  gewesen. Anhand der Qualität und Quantität unserer  Gegner, dessen waren wir uns alle einig, konnten wir  sicher sein, dass wir uns auf dem richtigen Weg  befanden!

Wir stützten das Fallgitter mit Hilfe einiger  metallener Fackelhalter, die wir aus dem Feuertempel  "entliehen" hatten, ab. Damit konnten wir zumindest  sicherstellen, dass das Gitter nicht zufällig ausgelöst  wurde ...

Wir schlichen also durch die Überreste der Ettins und  Trolle weiter nach unten, in die dritte Ebene. Nach  einigen kleineren Scharmützeln, die ich nicht weiter  ausführen möchte, um den geneigten Leser nicht zu  langweilen, gelangten wir in eine Bibliothek.  Ehrfürchtig blieben wir alle davor stehen. Eine  Ansammlung so seltener Bücher, die hier wohl schon  Jahrzehnte, womöglich Jahrhunderte lagerten ... 

Dieser Fund war bedeutender als jegliche Schatzkammer,  die wir hier unten aufbringen könnten. Ich zögerte  also nicht lange, umgab mich mit einem schützenden  Flammenschild und betrat die Bibliothek. Ich meinte  nur kurz zu den anderen, sie sollten warten, was sie  auch taten, sehr zu meiner Verwunderung sogar ohne  Widerspruch! Oder hatte mein souveräner Führungsstil,  den ich in der dritten Ebene, zu meiner großen  Überraschung, an den Tag legte, doch noch immer seine  Wirkung ??  Jedenfalls hatte ich kaum die Bibliothek betreten, um  ein beliebiges Werk aus den Regalen genauer zu  betrachten, da materialisierte sich auch schon in  Sekundenschnelle ein riesenhaftes Wesen:  Über eine über 2,50 m große Frau, die statt der bei  Humanoiden üblichen Beine einen Schlangenkörper besaß  und deren sechs Arme alle eine Waffe trugen. Sie  fragte mich nach der Parole, die ich  selbstverständlich NICHT wusste ... 

Ich hatte irgendwie schon mit einer solchen  Erscheinung gerechnet, welcher Magier oder Priester  konnte einen Dämon des Typs V schon dazu zwingen,  seine Räumlichkeiten zu bewachen. Nach den ersten zwei  Angriffen bemerkte mein Gegner, dass er sich mit jedem  Streich, den er gegen mich führte, selber durch meinen  Flammenschild verletzte, also griff er meine  heranstürmenden Kameraden an.  Nellain schleuderte einige magische Geschosse auf das  Untier, um dann verblüfft festzustellen, dass diese  wirkungslos an der antimagischen Schutzhülle des  Dämons zerplatzten. Langsam sollte er wissen, dass  seine Magie zu schwach ist, um diesen Kreaturen  Schaden zuzufügen. Selbst ich würde meine Sprüche nur  im Notfall gegen diese Wesen einsetzen, zu groß ist  die Chance, dass der Zauber nicht wirkt.  Der Dämon musste unter gewissen Entsetzen feststellen,  dass er es mit mehr als nur ebenbürtigen Gegnern zu tun  hatte, er versuchte, Athalarichs und Cor Schlägen  auszuweichen, aber auch Prinz Anthaias setzte ihm  schmerzlich zu. Nellain brauchte einige Sekunden,  bevor er beschloss, selbst mit dem Stahl anzugreifen.  Doch er hatte gerade sein Schwert griffbereit in der  Hand, als der Dämon, unter der Wucht der kräftigen  Hiebe meiner Freunde sich in seine Dimension gebannt  sah ...

 

Jubelnd umarmten wir uns, sicher, wieder einen nicht  unbedeutenden Sieg in der Schlacht gegen den Tempel  errungen zu haben. Und sollten wir diese Schlacht  gewinnen, so könnten wir den Krieg, der oben auf den  schon geschundenen Kontinenten tobte, vielleicht  entscheidend beeinflussen. Aber davon waren wir noch  ein gutes Stück entfernt, bis dahin sollte noch vieles  passieren und manches war alles andere als  erbaulich...

Wir untersuchten die Bibliothek weiter und nahmen das  eine oder andere interessante Werk an uns, um diese  später in unserem Heim genauer zu untersuchen. Ich  freute mich schon wieder auf die Streitgespräche mit  Selkai, der grundsätzlich einen etwas anderen  (verschrobenen ??) Blick auf ganz offensichtliche  Dinge wirft, wobei ich ihm nicht aberkennen will, dass  er damit so manchen Lösungsansatz eines Problems  ermöglicht hat.

Wir zogen weiter und machten als bald eine seltsame  Entdeckung, wir gelangten in einen Schrein, der den  guten Göttern geweiht schien. So etwas hier, im  finsteren Herzen des bösesten Ortes südlich von IUZ´  Gestaden ??? 

Auch Athalarich war sichtlich verwirrt, wir standen  alle ratlos im Schrein herum und wussten nicht so  recht, was wir anfangen sollten. Inzwischen hatte der  unbedarfte Elfenprinz Anthaias sich ein wenig im  Tempel umgesehen. Er hatte einen weiteren Ausgang, der  durch eine gute Illusion verborgen gewesen war,  entdeckt. Wir folgten ihm, so mancher brauchte etwas  länger, um die Illusion zu durchschauen, aber  schließlich standen wir alle in einem von Spinnweben  durchzogenen, staubigen Raum, der nur spärlich von  unseren Fackeln erleuchtet wurde. Inmitten des Raumes  stand ein schwarzer, metallener Sarg.  Nach einigem Hin- und Her (manchmal denke ich könnten  wir in dieser Hinsicht einen jeglichen Debattierclub  von alten, senilen Magiern mehr als nur Konkurrenz  machen) beschlossen wir endlich, den Sarg zu öffnen,  Nellain und Anthaias hielten ihr Schwerter bereit, um  einem eventuellen Angreifer sogleich das Leben schwer  zu machen. Als der schwere Sargdeckel zu Boden fiel,  konnten wir unseren Augen nicht trauen:  in dem Sarg lag ein Vampir, der einen Holzpflock durch  das Herz gebohrt hatte, jemand hatte seine Arbeit  nicht zu Ende geführt, der Untote war zwar gelähmt,  aber nicht gebannt, dazu müsste man den Kopf abschlagen  und vom Torso getrennt an einer heiligen Stelle  begraben. Dies war alles sehr seltsam, wir alle  spürten förmlich, das hier etwas nicht stimmte, zuerst  der Schrein für die guten Götter, dann der gelähmte  Vampir ...

Was für ein Spiel spielte man mit uns hier ?? Noch  während wir alle überlegten, hatte Cor einen seiner  sporadischen, dafür aber meist so einfachen wie  genialen Geistesblitze, er zog ein Säckchen mit anti-  magischen Pulver hervor, das er auf einen unserer  vielen Reisen in irgendeinem Verließ gefunden hatte.  Er ließ etwas davon auf den Vampir rieseln und  tatsächlich konnten wir für einen kurzen Augenblick  eine helle Rüstung erkenne, es musste sich also hier um  eine weitere Illusion handeln. Ich konzentrierte mich,  versuchte die magischen Flüsse zu durchdringen, um den  Kern der Illusion zu zerschlagen, und tatsächlich,  innerhalb eines Wimpernschlags standen wir in einer  erleuchteten Halle, statt des schwarzen Sargs mit dem  Vampir befand sich ein Mann in heller Rüstung, die die  Hoheitszeichen von Veluna und Nyrond trug, aufgebahrt  in der Mitte des Raums ...  Handelte es sich dabei um den lange als verschollen  geglaubten Heerführer, der dem Tempels erstmals vor  vielen Jahren eine empfindliche Niederlage beibrachte ?  War er tot oder hatte er all die Jahre in einem Tod-  ähnlichen Schlafzustand verbracht ? Athalarich  konzentrierte sich, um intensivst die Hilfe seines  Gottes Rao zu erflehen, der den stolzen Krieger  erwecken sollte. Und tatsächlich begann der Mann zu  atmen, nach einigen Atemzügen schlug er die Augen auf,  richtete sich langsam auf, blickte sich  orientierungslos um ... 

Nach einigen Minuten hatte er sich gefangen und wir  stellten uns vor und erzählten ihm ein wenig von  unserer Mission, ob er sich uns nicht anschließen  wolle?  Er hob langsam an zu sprechen: "Ich bin Prinz Imran,  Heerführer der Heerscharen des Guten. Ich danke Euch,  meine Freunde, das Ihr mich befreit habt. Aber ich muss  zurück, nach Veluna, meinem Volke helfen, es scheint  in großer Gefahr zu sein, wenn nur die Hälfte dessen  stimmt, was ich von Euch zu Ohren bekommen habe ..."

Er hob kurz die Hand und sein Schert flog aus dem Sarg  sicher zu seinem Meister. Wir beschlossen, Prinz Imran  nach oben zu begleiten, da wir selbst auch sehr  erschöpft und ausgelaugt vom langen Tage waren. Auf  dem Weg nach oben erzählte uns Prinz Imran, dass die  vierte Ebene des Tempels eine einzige große Höhle  darstellte, dort hatten sie die entscheidenden Kämpfe  gegen das Böse ausgeführt, er leider war vor dem  endgültigen Sieg gefangengesetzt worden. Wir sollten  uns vorsehen, sie waren damals mit einem ganzen Heer  hierher gekommen, begleitet von den mächtigsten  Magiern, die die Welt kannte, sie hatten aber trotzdem  schwerere Verluste hinnehmen müssen ...

Oben an unserem Wachturm angekommen, erwartete uns  Rufus mit seinen Mannen. Sie hatten gegen eine  Räuberbande gekämpft und sie vernichtet. Doch deren  Anführer hatte sich seltsam benommen, er war in  Richtung des Turms geflohen, wo er von den anwesenden  Männern Rufus getötet wurde. Wir beschlossen, uns  zuerst auszuruhen, bevor wir der Sache genauer auf den  Grund gehen würden. Abermals stand uns eine unruhige  Nacht bevor, die unseren Schlaf immer wieder durch  Alpträume unterbrach ...

Aber ich werde Euch bald erneut berichten, ich muss  mich momentan auf bevorstehende Ereignisse vorbereiten  ...  Vielleicht schaffe ich es dann, zu einem Ende zu kommen   

Goron "Sese"

 

   
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Fantasy-Stories from the former days

Written by:
  • Sese „Goron“
    Herler
  • Nicolas „Nellain“ Wachter
  • Alex „Artemis“ Miller