Elorien.ch

Stand: 9. September 2018 

Last Verzeichnis Next


"The Chronical-Letters"

III. Brief  an die Chronisten
Datum : 5.Oktober 2000 
Verfasser : Sese „Goron“ Herler

 

   

 

Nachdem die Priesterschaft des Wassertempels und ihre Anhänger ihr verdientes Schicksal erlitten hatten, gönnten wir uns nur einen kurzen Moment des Verschnaufens. Zwar waren die einzelnen Anhänger der vier Elemente untereinander so zerstritten, das sie sich bisweilen untereinander bekriegten, doch mussten wir damit rechnen, das wir bald auf den erbitterten Widerstand des Haupttempels stoßen würden. Nach einer kurzen Beratung beschlossen wir, als nächstens den Lufttemplern der Garaus zu machen. Auch hier sollten sich Côrs und meine bescheidenen Kenntnisse der unterirdischen Gewölbe als nützlich erweisen ... Wir schlichen uns an die hässlich weiß - gelblichen Türen heran - auf ein Zeichen hin stießen Cor und Athalarich, unterstützt von Nellain und Prinz Anthaias, die schweren Marmorflügel auf - während Selkai und ich zwei Feuerbälle in das ungeschützte Innere des "Heiligtums" schleuderten. Leider waren diese Priester wohl doch vorsichtiger gewesen, sie hatten sich versteckt und waren damit dem schnellen Tod durch unser magisches Feuerwerk entgangen. Doch sollten sie sich nicht lange über ihr entkommen freuen können ... Wir betraten vorsichtig die Hallen, die überraschender Weise keinen Schaden durch unsere Angriffe genommen hatten. Ich muss sagen ich hatte es fast erwartet, als sich die schweren Marmorflügel innerhalb von Sekunden schlossen und uns ein eisiger Sturm fast zum Erfieren brachte, da stürmten auch schon die Gegner, die verborgen an einem geheimen Ort gewartet hatten, auf uns ... Aber wie vorhin schon erwähnt, hatten sie nicht viel Zeit, ihren Triumph, uns in eine Falle gelockt zu haben, zu genießen. Es soll nicht übertrieben klingen, aber innerhalb weniger Augenblicke waren die Feinde niedergestreckt, ob unserer Wut, einfach in eine so offensichtliche Falle gelaufen zu sein. Nach einer heftigen Unterredung einigten wir uns darauf, in Zukunft etwas vorsichtiger zu sein, um nicht Opfer unserer eigenen Überheblichkeit zu werden. Ein kurzes Durchatmen und wir schlichen zum Hintereingang des Feuertempels, kupferfarbene Türen wurden routiniert von Nellain auf hinterhältige Fallen untersucht, und dann vorsichtig geöffnet ... Die gaben den Blick auf einen rot erleuchteten Gang frei, dessen Verlauf wir mit erhöhter Wachsamkeit folgten. Nach einigen Metern öffnete sich der Durchgang zu einem großzügigen, quadratischen Raum. Im Boden der entlegensten Ecke befand sich eine Grube, deren Boden aus flüssigem Gestein zu bestehen schien, darüber schienen kleine, lebendige Flammen zu tanzen ...

Wir wendeten uns ab, um die rückwärtige Tür genauer zu untersuchen, als wir plötzlich hinter uns Zischen und Waffengeklirr vernahmen. Aus der Grube stiegen zwei Meter große flammende Salamander, die mit Speeren bewaffnet auf uns zukamen. Ich zögerte nicht lange, und warf unseren Gegnern einen Kältekegel entgegen, der zwei der fünf Bestien empfindlich traf, die Flammen, die um sie züngelten, wurden merklich schwächer ! Doch damit nicht genug, aus der Tür, die wir vorher nicht untersucht hatten, drangen nun die menschlichen Anhänger des elementaren Feuers. Heldenhaft stellten sich unsere zwei Schwertkämpfer Cor und Athalarich den menschlichen Gegnern entgegen, um uns Magier vor dem feindlichen Stahl zu schützen. Auch Selkai hatte jetzt die richtige Formel gefunden und warf den Gegnern eine Frostsphäre entgegen, die erstmals von dem berühmten Magier Otiluke verwendet wurde. Die Salamander fauchten abermals, ob der für sie schrecklichen Temperatursenkung, zwei starben und lösten sich in kleine Aschehäufchen auf ... Auch Nellain warf einen Eissturm auf unsere Gegner, die nun merklich geschwächt in den Nahkampf kamen, wo sie recht schnell Bekanntschaft mit dem magischen Schwert des Elfenprinzen machten. Inzwischen hatten schon einige Tempelwachen und die Priester ihr Leben durch die mächtigen Schwerthiebe von Cor und Athalarich verloren. Nach einigen Minuten war auch dieser Kampf beendet und wir beschlossen, uns zurückzuziehen, da wir alle doch merklich geschwächt waren durch die kräftezehrenden Kämpfe.

In einem alten Wachturm, neben der Tempelanlage schlugen wir unser Nachtlager auf, nachdem wir Rufus und seinen Mannen erzählt hatten, wie erfolgreich wir gewesen waren. Wir begaben uns aber erst zur Ruhe, als wir einen weiteren Schlachtplan ausgearbeitet hatten, der vorsah, alle Zugänge zur dritten Ebene magisch wenigstens für eine gewisse Zeit zu verschließen. Außerdem entschieden wir, falls es zu brenzlichen Situationen kommen sollte, dass Prinz Anthaias über die Situation entsprechende Kommandos geben sollte, die wir alle befolgen würden. Eine Abstimmung, mit deren Ergebnis ich nicht sehr glücklich war ...

Am nächsten Morgen rüsteten wir uns, um den dunklen Gewölben abermals einen Besuch abzustatten. Wir gingen nochmals unseren Schlachtplan durch, welche Zugänge mit Hilfe unserer Sprüche versiegelt werden sollten, um dann erstmals auf die Truppen des Haupttempels zu treffen. Wir hatten gerade zwei der drei Eingänge versiegelt, als wir erstmals auf den Feind trafen, ein paar Gnolle und Goblins, kaum der Rede wert ...

Unglücklicherweise wurden durch den Schlachtenlärm weitere Ungeheuer angelockt, diese waren sich ihrer Unterlegenheit bewusst und flohen. Athalarich hob sein Schwert und rief "Mir nach !!" und stürmte, ohne groß über seine Handlungen nachzudenken den Monstern hinterher, die über eine Treppe in die dritte Ebene zu entkommen versuchten. Auch meine anderen Gefährten wähnten sich siegessicher und stürmten hinterher ... Cor und ich, wir blickten uns kurz an, zuckten mit den Schultern, gaben eine kurzen Seufzer von uns und versuchten, die anderen wieder einzuholen.

Doch kaum an dem Durchgang ankommen konnten wir hilflos zusehen, wie ein Fallgitter hinabgelassen wurde und uns von den anderen trennte. Cor versuchte natürlich sofort das Gitter hochzustemmen, als er von unter Athalarichs Stimme vernahm: "Bei RAO !!! Es ist eine Falle ! ZURÜCK! In Raos Namen! ZURÜCK! Selkai! Versuch wenigstens ein paar von ihnen ins Nirwana zu schaffen!" Doch unglücklicherweise schien der Tempel sich äußerst negativ auf die Magie meines Kollegen auszuwirken ... Der beschworene Feuerball erschien wie geplant, detonierte aber nicht nach einem kurzen Flug zwischen unseren Feinden, sondern in den Händen meines elfischen Freundes, auch meine anderen Gefährten blieben nicht verschont ... Und Cor und ich konnten nicht helfen, aber damit nicht genug, plötzlich hatte ich einen bestialischen Geruch in der Nase - die Quelle des Gestanks war schnell ausgemacht, zwei Ettins, zweiköpfige menschenfressende Riesen, stürmten durch den breiten Gang auf mich zu. Boccob sei Dank kennt Cor mich nun schon lange genug, er hielt sich kurz zurück und presste sich gegen die Wand. Damit ließ er mir genügend Platz, dass den zwei Unholden mit einem Kältekegel einige schmerzhafte Erfrierungen beibringen konnte, ohne dabei meinen halbdunkelelfischen Gefährten zu verletzen. Doch da waren beide auch schon in Keulenreichweite, ich versengte meinen zweiköpfigen Gegner noch gehörig den Pelz mit Hilfe eines Flammenstoßes aus meinen Händen, doch dann bekam ich leider die Faust des Ungetüms zu spüren ... Aus der Nase blutend, musste ich mich auf meine schon lange nicht mehr verwendeten Künste mit dem Kampfstab verlassen ... Ich war mehr als nur erleichtert, als Cor, der mit seinem Gegner kurzen Prozess gemacht hatte, mir zu Hilfe kam und mir weitere Blessuren ersparte.

In der Zwischenzeit hatten auch die anderen ihre Gegner erledigt und wir konnten endlich die Falltür öffnen. Ich konnte mir natürlich verkneifen, Athalarich zu Rede zu stellen, dass gerade er, als besonnener Priester des weisen Rao, ohne großes Nachdenken direkt in den Hinterhalt des Gegners läuft und damit uns alle in den Tod hätte reißen können. Doch man konnte deutlich die Spuren des Grams in seinem Gesicht sehen, so dass ich recht schnell einsah, dass er sich große Vorwürfe, ob seiner Dummheit, wie er es selbst nannte, machte.

Goron "Sese"

 

   
Last Verzeichnis Next

 

Fantasy-Stories from the former days

Written by:
  • Sese „Goron“
    Herler
  • Nicolas „Nellain“ Wachter
  • Alex „Artemis“ Miller