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Stand: 9. September 2018 

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"The Chronical-Letters"

II. Brief an die Chronisten 
Datum :  4.Oktober 2000 
Verfasser : Sese „Goron“ Herler 
   


Werte Chronisten !

Auf die Gefahr hin, das meine Kameraden und ich den Tempel des Elementaren Bösen nicht mehr lebend verlassen, möchte ich einen verzweifelten Versuch unternehmen, die alptraumhaften Erlebnisse und Abenteuer, die wir zu überstehen hatten, zu beschreiben.

Dies war für einige von uns schon der vierte Besuch in diesem abgrundtief bösen Gemäuer ...

Auf Tensers Anraten sollten wir zuerst einiges an Informationen sammeln, bevor wir es wagen könnten, das Böse erneut in seiner Brutstätte anzugreifen, denn es war aus jeder Niederlage schneller erstarkt, als wir es alle in unseren schlimmsten Alpträumen erwartet hatten. Der mächtige Erzmagier aus dem Zirkel der Acht hatte uns zwei Ringe geliehen, die auch die stärksten Gegner überlisten sollten und zwei von uns als die Ihren halten sollten.

Nach langen Diskussionen konnte ich meine Kameraden überzeugen, dass ich auf jeden Fall in den Tempel gehen wollte. Darauf meldete sich Cor zu Wort, dass er als mein Freund aufgrund unserer langen gemeinsamen Reiseerfahrjungen ein Vorrecht hätte, mich zu begleiten.

Ich war froh, das mich der alte Recke begleiten wollte, sein Schwertarm und sein Schild hatte mich schon so vor mancher Schwierigkeit bewahrt, nicht das ich hilflos wäre, aber ein scharfes Schwert in der Hinterhand zu haben, lässt mich doch etwas beruhigter auf die bevorstehenden Ereignisse blicken.

Während sich Nellain die Zeit vertrieb, unsere Freunde mit seinen Gauklerfähigkeiten bei Laune zu halten, machten Cor und ich, als zwei Taugenichtse getarnt, auf den Weg in eine der Tavernen in Nulb, in der Hoffnung, dort auf eine der Kontaktpersonen des Tempels zu treffen, um in deren Organisation eindringen zu können.

Tatsächlich konnten wir einen der dunklen Schergen davon überzeugen, dass wir dem Tempel dienen wollten. Er führte uns zu diesem dunklen Gebäude, aus dem seit Jahren immer wieder das Böse seine Ausgeburten in die Lande wirft ...

Einer dieser unseligen Priester versuchte wohl, Tensers mächtige Magie zu durchdringen und unsere wahre Natur zu sehen, aber da hat sich der Junge wohl etwas überhoben ...

Wir wurden in ein Loch gebracht, das die Bezeichnung "Unterkunft" wahrlich nicht verdient hatte. Mit mehreren anderen zwielichtigen Gestalten sollten wir im Tempel Patroulie laufen, damit ihre unheiligen Rituale nicht gestört wurden. Ab und zu standen Cor und ich alleine Wache, wir wagten aber kaum, miteinander über unser wahres kommen zu sprechen. Nach vier Tagen und einigen unseligen Überfällen, von denen ich sicherlich noch jahrelang verfolgt werde, desertierten wir. Wir kannten jetzt die Lage in den ersten zwei Ebenen und hatten auch wenig erfreuliches über die anderen, tiefergelegenen Bereiche gehört.

Zusammen mit Rufus und seinen Mannen schmiedeten wir Pläne, den Tempel endgültig von seinen dunklen Bewohnern zu befreien ...

Nach zwei Tagen taktischer Schachzüge auf dem Papier hatten wir einen Schlachtplan entwickelt, der sich als wirkungsvoll erweisen sollte.

Mein Freund und Magierkollege Selkai und ich berieten anschließend bis spät in die Nacht, welche Sprüche wir vorbereiten sollten, um möglichst viel Unheil und Zerstörung über den Feind zu bringen. Wir entschieden uns, wie so oft für die reinigende Wirkung des Feuerballs, der unsere Feinde verbrennen lassen sollte. Diejenigen, die dem Feuer widerstanden, sollten durch Eisstürme und Kältekegel für immer erstarren. Als letzte Möglichkeit wählte ich noch einen Zauber des siebten Buches, der sich verharmlosend "Regenbogenstrahlen" nennt, die Wirkung lässt sich nur schwerlich voraussagen, aber man kann davon ausgehen, dass niemand, aber wirklich auch kein vernunftbegabtes Wesen von den Auswirkungen betroffen sein will ...

Ausgeruht, aber trotzdem machten wir uns auf den Weg in Richtung der Steinmauern, die schon so oft verhindert hatten, dass ich friedlich schlummern konnte. Auch die Stimmung der andern war gedrückt, selbst Nellain wagte es kaum, einen seiner lockeren Reime auf zu sagen. Cor war sowieso nicht immer der gesprächigste, der stolze Prinz Anthaias hatte einen noch blasseren Teint um die Nase, als es sonst aufgrund schon eh der Fall aufgrund seiner noblen Herkunft war. Aber ich möchte inzwischen nicht mehr auf seine Präsenz verzichten, er ist ein wichtiger Verbündeter geworden. Auch wenn er es ab und zu immer noch wagt, meine Theorien in Frage zu stellen. Selkai wirkte nicht so zerstreut wie sonst, er wagte es auch nicht, zu sprechen, er hat sonst, wie Nellain auch, das Talent, eine Situation durch eine Bemerkung aufzuheitern. Athalarich, der würdevolle Priester des weisen Rao, wirkte mehr als nur besorgt, er hatte die ganze Nacht im Gebet versunken verbracht und schien bedrückt zu sein, hatte er etwas erfahren, was er uns nicht mitzuteilen wagte ?? Ich verschwendete den einen oder anderen Gedanken darauf, wo sich unser Gefährte Artemis aufhalten könnte, der Meister der Verkleidung und des Verschwindens, er hätte sich hier sicherlich mehr als nur nützlich erwiesen. Ich hoffe, er hat seine Aufgaben bei der Gilde bald erledigt, wir könnten seine Hilfe hier gut gebrauchen!

Wie verabredet und geplant stürmten wir den Tempel und überraschten die dort stationierten Truppen. Innerhalb von wenigen Minuten hatten wir die Fußtruppen des Feindes aufgerieben, was unsere und die Moral von Rufus Mannen, die sich tapfer schlugen, erheblich steigerte.

Das erste nennenswerte Hindernis sollte der Erdtempel werden, wir hatten hier früher schon eine empfindliche Niederlage erlitten. Aber diesmal gingen wir auf Nummer sicher, zwei Feuerbälle erhellten das Heiligtum und brachten die Lebenslichter der vier anwesenden Priester zum verlöschen. Leider hatten sich die Priester gut abgesichert, einige schwer bewaffnete Soldaten, begleitet von vier furchteinflössenden Erdelementarwesen griffen uns an. Selkai, der entgegen meines Rates mit unseren Schwert- kämpfern mitgelaufen war, machte schmerzliche Bekanntschaft mit der steinernen Faust eines Kolosses. Aber diesmal waren wir nicht nur besser vorbereitet, wir hatten auch mehr Verbündete bei uns und waren mächtiger geworden, die Tempelwache lag nach zwei Minuten erbitterster Schwertkämpfe und knisterndem Magiegebrauch zerschmettert zwischen den tönernen Überresten der vier Elementare ...

Damit war die erste Ebene gesäubert und sicher in unserer Hand, wir stellten Wachen an den Zugängen zu den anderen Ebenen auf, um rechtzeitig vor einem Gegenangriff gewarnt zu werden. Aber meine Begleiter und ich besaßen noch genügend Kraft und Ausdauer, um einen Überfall auf die tiefergelegenen Gewölbe zu wagen. Wir stiegen vorsichtig die Treppe hinab und standen in einem breiten Gang, der scheinbar nur auf eine große Tür zuführte, die aus weißlich - gelben Marmor zu bestehen schien, das von rosa Spuren durchzogen war. Aufgrund anderer Erfahrungen wussten wir, das es sich hier um den Zugang zum Lufttempel handelte. Wir schlichen weiter, als wir ein merkliches Zischen aus einem Nebengang hörten: dort war eine Hydra angebunden. Dieses Monster wollten wir nicht in unserem Rücken wissen. Cor und Athalarich griffen an, alles ging so schnell, das man fast Mitleid mit dem Tier haben hätte können, wenn man nicht bedacht hätte, wo wir uns hier befinden.

Wir wandten uns nach Westen, dort lag der grün - bläulich schimmernde Zugang zum Wassertempel. Bevor wir die mächtigen Tore öffneten, sprach ich noch einen Schutzzauber. Schon umhüllten mich purpurfarbene Flammen, die mich vor Kälte und den Angriffen der Feinde schützen sollte. Die Tore schwangen auf, wir blickten in ein riesiges Gewölbe, an dessen Decke seltsamste Muster gemalt wurden. Sie stammten von Reflexionen aus einem vermeintlichen Wasserbassin, das eine gefährliche Säure enthielt, wie Selkai vor einigen Monaten festgestellt hatte. In Mitten dies Raumes stand auf einem Sockel ein steinernes Abbild eines krakenähnlichen Monsters. Auf einem um den ganzen Raum laufenden Sims waren Gargylstatuen angebracht. Überwältigt von diesem Anblick standen wir einem Augenblick herum. Selkai beschloss, dem steinernen Ungetüm den Garaus zu machen, murmelte einige kurze Silben, als das Monster auf seinem Sockel zu kreischen anfing und langsam zu Schlamm zerfloss. Noch bevor wir ihm zu seiner Weitsicht gratulieren konnten, wurde Selkai auch schon von den ersten zum Leben erwachten Gargylen angegriffen. Die ersten Angreifer wurden durch einen gezielten Flammenstoß erledigt, aber da waren schon die restlichen zwanzig dieser Wesen über uns. Zu allem Überfluss stürmten auch noch drei Priester aus einem Gang in den Tempel, doch bevor sie ihre unheilvollen Rituale vollendet hatten, wurden sie von magischen Geschossen, die Anthaias geschleudert hatte empfindlich gestört. Um weitere Magieanwendung ihrer seitens zu verhindern, rannte der Elfenprinz auf die drei Gestalten zu, wurde aber leider schnell gestoppt, er erstarrte in mitten seiner Bewegung, genauso wurden Selkai und Cor von dem Halte - Spruch des Priesters erfasst - ich war durch einen Ring geschützt und über Athalarich wachte wohl Rao und Nellain, ja der scheint einfach das Glück eines Narren zu haben. Nachdem sich die Gargylen durch ihre Angriffe auf meinen Flammenschild selbstgerichtet hatten, konnte ich die Priester mithilfe eines so oft wirkungsvollen Feuerballs erledigen. Sofort war der Bann des Priesters gebrochen und wir konnten die restlichen Gargyle unschädlich machen. Die sterblichen Überreste unserer Gegner warfen wir in das Säurebassin, um eine Auferstehung zu verhindern.

Ich werde mich jetzt ein wenig zur Ruhe begeben, die letzten Stunden waren sehr anstrengend ...

Goron "Sese"

   
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Fantasy-Stories from the former days

Written by:
  • Sese „Goron“
    Herler
  • Nicolas „Nellain“ Wachter
  • Alex „Artemis“ Miller